Patellaluxation, eine Erkrankung, bei der sich die Kniescheibe (Patella) aus ihrer normalen Position verschiebt, ist ein häufiges orthopädisches Problem, insbesondere bei bestimmten Hunderassen. Terrier sind leider anfällig für diese Erkrankung. Dieser Artikel untersucht die Gründe für diese Prädisposition und geht auf genetische Faktoren, anatomische Aspekte und andere Faktoren ein, die Terrier anfälliger machen fürPatellaluxation.
🧬 Genetische Veranlagung bei Terriern
Genetische Faktoren spielen eine wichtige Rolle bei der Entstehung einer Patellaluxation. Bestimmte Gene können die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass ein Hund diese Erkrankung entwickelt. Diese Gene können die Form der Hinterbeine und die Tiefe der Trochlearinne (der Rille im Oberschenkelknochen, in der die Patella sitzt) beeinflussen.
Terrier wurden als Rasse über Generationen hinweg gezielt auf verschiedene Merkmale gezüchtet. Diese selektive Zucht kann unbeabsichtigt zu einer Konzentration von Genen führen, die mit einer Patellaluxation in Zusammenhang stehen. Infolgedessen ist diese Erkrankung bei einigen Terrierrassen häufiger als bei anderen Rassen.
Verantwortungsbewusste Züchter versuchen, das Auftreten genetischer Störungen durch sorgfältige Auswahl der Zuchtpaare zu minimieren. Sie untersuchen potenzielle Elterntiere häufig auf bekannte genetische Marker und orthopädische Probleme. Aufgrund der Komplexität der Genetik ist es jedoch schwierig, das Risiko vollständig auszuschließen.
🦴 Anatomische Faktoren, die zur Patellaluxation beitragen
Die Anatomie der Hinterbeine ist entscheidend für die korrekte Patellaführung. Verschiedene anatomische Faktoren können zur Entstehung einer Patellaluxation bei Terriern beitragen. Dazu gehören die Tiefe der Trochlearinne, die Ausrichtung des Quadrizepsmuskels und die Form von Femur und Tibia.
Eine flache Trochlearinne ist eine der häufigsten anatomischen Anomalien im Zusammenhang mit einer Patellaluxation. Ist die Rille nicht tief genug, rutscht die Patella leichter aus ihrer Position, insbesondere bei körperlicher Aktivität. Diese Flachheit kann vererbt sein oder durch abnormales Knochenwachstum entstehen.
Auch eine Fehlstellung des Quadrizepsmuskels kann zu einer Patellaluxation beitragen. Zieht der Quadrizepsmuskel die Patella nach außen, kann dies zu einer Patellaluxation führen. Diese Fehlstellung kann auf abnormale Muskelansätze oder Skelettdeformitäten zurückzuführen sein.
Darüber hinaus können Deformitäten des Oberschenkelknochens oder des Schienbeins die Ausrichtung der gesamten Hintergliedmaße beeinträchtigen und das Risiko einer Patellaluxation erhöhen. Diese Deformitäten können die auf die Kniescheibe wirkenden Kräfte verändern und sie anfälliger für Verschiebungen machen.
🐕 Bestimmte Terrierrassen sind stärker gefährdet
Obwohl eine Patellaluxation bei jeder Terrierrasse auftreten kann, sind einige Rassen häufiger betroffen als andere. Kleinere Terrierrassen wie Yorkshire Terrier, Chihuahuas (oft mit Zwergrassen zusammengefasst, aber mit terrierähnlichen Merkmalen) und Boston Terrier neigen dazu, häufiger von dieser Erkrankung betroffen zu sein.
Der Grund für diese erhöhte Anfälligkeit bei kleineren Rassen liegt wahrscheinlich in einer Kombination aus genetischer Veranlagung und anatomischen Faktoren. Kleinere Hunde haben oft empfindlichere Skelettstrukturen, was sie anfälliger für eine Patellaluxation machen kann.
Auch größere Terrierrassen wie Airedale Terrier und Irish Terrier können von einer Patellaluxation betroffen sein, wobei die Prävalenz im Vergleich zu ihren kleineren Artgenossen geringer sein kann. Unabhängig von der Rassengröße ist es für Terrierbesitzer wichtig, die Anzeichen einer Patellaluxation zu kennen und bei Verdacht auf eine Erkrankung einen Tierarzt aufzusuchen.
🩺 Erkennen der Symptome einer Patellaluxation
Das Erkennen der Symptome einer Patellaluxation ist entscheidend für eine frühzeitige Diagnose und Behandlung. Die Schwere der Symptome kann je nach Grad der Luxation variieren. In leichten Fällen kann der Hund lediglich gelegentlich lahmen oder einen hüpfenden Gang aufweisen.
In schwereren Fällen kann die Kniescheibe häufiger ausrenken, was zu anhaltender Lahmheit und Schmerzen führt. Der Hund kann sein Bein einige Schritte hochhalten, bevor er wieder normal läuft. Mit der Zeit kann eine chronische Luxation zu Arthritis und anderen degenerativen Gelenkveränderungen führen.
Weitere Anzeichen einer Patellaluxation sind:
- Widerwillen beim Springen oder Treppensteigen
- Steifheit in den Hinterbeinen
- Hörbares Klicken oder Knallen im Knie
- Abnorme Haltung oder Gang
Wenn Sie eines dieser Symptome bei Ihrem Terrier bemerken, ist es unbedingt erforderlich, einen Tierarzt für eine gründliche Untersuchung und Diagnose aufzusuchen. Frühzeitiges Eingreifen kann helfen, den Zustand zu kontrollieren und weitere Komplikationen zu verhindern.
🛡️ Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten
Die Diagnose einer Patellaluxation erfordert in der Regel eine körperliche Untersuchung durch einen Tierarzt. Der Tierarzt tastet das Kniegelenk ab, um die Stabilität der Patella zu beurteilen und auf Anzeichen von Schmerzen oder Entzündungen zu achten. Röntgenaufnahmen können angefertigt werden, um die Knochenausrichtung zu beurteilen und Anzeichen von Arthritis festzustellen.
Die Behandlung einer Patellaluxation hängt vom Schweregrad der Erkrankung ab. Leichte Fälle können mit konservativen Maßnahmen wie Gewichtsmanagement, Bewegungseinschränkung und Schmerzmitteln behandelt werden. Physiotherapie kann auch zur Stärkung der Muskulatur rund um das Kniegelenk hilfreich sein.
Schwerere Fälle einer Patellaluxation erfordern oft einen chirurgischen Eingriff. Verschiedene chirurgische Techniken können eingesetzt werden, um die zugrunde liegenden anatomischen Anomalien zu korrigieren und die Patella zu stabilisieren. Zu diesen Techniken gehören:
- Trochleoplastik: Vertiefung der Trochlearinne, um der Kniescheibe eine bessere Unterstützung zu bieten.
- Tibiatuberosity-Transposition (TTT): Verschieben der Tibiatuberosität (der knöcherne Vorsprung, an dem die Patellasehne ansetzt), um die Ausrichtung des Quadrizepsmuskels zu verbessern.
- Laterale Imbrizierung: Straffung des Gewebes an der Außenseite des Kniegelenks, um eine laterale Luxation zu verhindern.
Die Wahl der Operationstechnik hängt von den jeweiligen anatomischen Anomalien ab. Die postoperative Versorgung ist entscheidend für eine erfolgreiche Genesung. Dazu gehören typischerweise Schmerztherapie, Bewegungseinschränkung und Physiotherapie.
❤️ Präventions- und Managementstrategien
Obwohl es bei anfälligen Terriern nicht möglich ist, eine Patellaluxation vollständig zu verhindern, gibt es verschiedene Strategien, um das Risiko zu minimieren und die Erkrankung zu behandeln. Verantwortungsvolle Zuchtpraktiken sind unerlässlich, um die Prävalenz genetischer Störungen zu reduzieren.
Züchter sollten potenzielle Zuchtpaare auf Patellaluxation und andere orthopädische Probleme untersuchen. Sie sollten außerdem die Zucht von Hunden mit bekannter Patellaluxation vermeiden. Ein gesundes Gewicht ist entscheidend, um eine übermäßige Belastung der Gelenke zu vermeiden. Übergewichtige Hunde neigen eher zu Patellaluxation und anderen orthopädischen Problemen.
Regelmäßige Bewegung ist wichtig für den Erhalt der Muskelkraft und der Gelenkflexibilität. Vermeiden Sie jedoch unbedingt Aktivitäten, die das Kniegelenk übermäßig belasten, wie z. B. Springen und Laufen auf harten Oberflächen. Eine ausgewogene Ernährung, die ausreichend Nährstoffe für die Gesundheit von Knochen und Gelenken liefert, ist ebenfalls wichtig.
Regelmäßige tierärztliche Untersuchungen können helfen, frühe Anzeichen einer Patellaluxation zu erkennen und rechtzeitig einzugreifen. Wenn bei Ihrem Terrier eine Patellaluxation diagnostiziert wurde, ist es wichtig, die Behandlungsempfehlungen Ihres Tierarztes zu befolgen. Mit der richtigen Pflege können viele Hunde mit Patellaluxation ein glückliches und aktives Leben führen.